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Wie müssen Straßen gestaltet sein, damit Städte nachhaltig funktionieren? 

Ein Beitrag von Lion Händel

Der öffentliche Raum in unseren Städten ist begrenzt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen kontinuierlich. Neue Mobilitätsformen, mehr aktive Mobilität (Fuß- und Radverkehr), höhere Aufenthaltsqualität und eine stärkere Nutzung der Straßenräume durch unterschiedliche Nutzergruppen. 

Schon heute wird deutlich, die Straße der Zukunft ist kein reiner Verkehrsraum mehr, sondern ein komplexer öffentlicher Raum. 

Wenn, wie in vielen Stadtentwicklungskonzepten (kurz STEK´s) beschrieben, Verkehrsräume stärker geteilt werden und Geschwindigkeiten reduziert (z. B. 30 km/h oder 20 km/h), entstehen neue Möglichkeiten für Quartiersstraßen, Begegnungsräume und multifunktionale Stadträume. 

Analysekarte Stadtentwicklungsdefizite und Untersuchung von Zugänglichkeiten im öffentlichen Raum zur Planung eines neuen Wegeleitsystems ©GSIDESIGN

Doch mit dieser Transformation entstehen auch neue Anforderungen: 

  • Orientierung wird komplexer 
  • Nutzergruppen werden vielfältiger 
  • Räume werden kleinteiliger organisiert 

Gerade in solchen Strukturen spielen klare und sichtbare Orientierungssysteme eine zentrale Rolle. 

Ein gutes Beispiel dafür sind die Superblocks in Barcelona. Wenn Verkehrsstrukturen neu organisiert werden, Modalfilter eingeführt und Straßen stärker als Nachbarschaftsräume funktionieren, braucht es Systeme, die Menschen intuitiv durch diese Räume führen. 

Superilles Barcelona. Bildquelle: https://www.citiesforum.org/news/superblock-superilla-barcelona-a-city-redefined/

Hier kommen Leitsysteme im öffentlichen Raum ins Spiel. 

Ein durchdachtes Leitsystem kann: 

  • Orientierung für alle Nutzergruppen schaffen 
  • inklusive Mobilität ermöglichen (z. B. für sehbehinderte Menschen) 
  • Verkehrs- und Aufenthaltsräume klar strukturieren 
  • Quartiersräume lesbar und verständlich machen 
  • Konflikte zwischen Mobilitätsformen reduzieren 
     

Gerade im Kontext der dreifachen Innenentwicklung, also der gleichzeitigen Entwicklung von Bauraum, Grünraum und Mobilitätsraum, wird deutlich, dass 
Gestaltung und Orientierung untrennbar zusammengehören. 

Dabei geht es nicht nur um Gestaltung, sondern auch um funktionale Parameter

  • optimale Höhen und Sichtbeziehungen von Orientierungselementen 
  • taktile und visuelle Führungssysteme 
  • Integration in Straßenräume mit reduzierter Geschwindigkeit 
  • klare Lesbarkeit auch bei komplexen Verkehrsführungen 
Collage für ein Mobilitätskonzept (Vorentwurf) Vorher | Nachher ©GSIDESIGN

Wir entwickeln und planen Leitsysteme für öffentliche Räume, die nicht nur informieren, sondern Stadträume strukturieren und nutzbar machen

Denn eine nachhaltige Stadt funktioniert nur dann wirklich gut, 
wenn Menschen sich intuitiv, sicher und inklusiv in ihr bewegen können. 

Wir sind gespannt: 
Wie müssen Straßenräume Ihrer Meinung nach gestaltet sein, damit sie in Zukunft für alle funktionieren? 

In unserem nächsten Beitrag erfahren Sie außerdem, wie wichtig das Mitplanen von Leitsystemen ab der ersten Leistungsphase ist und wie dadurch die Chancen auf ein ESG-Zertifiziertes Gebäude steigen.  

Annie Schoppe
Annie Schoppe